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Baustellentour 2018: Hauptstraße Ost und Mobilitätsnetz im Fokus

Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck informierte sich

Die Kanalsanierung in der Hauptstraße Ost und zwei Projekte des Mobilitätsnetzes Heidelberg standen beim letzten Termin der Baustellen-Sommertour von Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck auf dem Programm. Mit dem Mobilitätsnetz Heidelberg modernisiert die Stadt Heidelberg gemeinsam mit ihren Partnern das Straßenbahnnetz und baut es umfassend aus. Odszuck besichtigte den Umbau der Haltestelle Hauptbahnhof, der seit Ferienbeginn läuft, und den Neubau der Brücke über die Autobahn nach Eppelheim, der Ende des Jahres abgeschlossen wird.

Eine Gruppe von Menschen laufen auf einer frisch asphaltierten Straße entlang. (Foto: Dittmer)
Im Rahmen seiner Baustellentour 2018 besuchte Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck (l.) unter anderem den Neubau der Autobahnbrücke über die A 5 zwischen Heidelberg-Pfaffengrund und Eppelheim, gemeinsam mit Patricia Rebmann, Bürgermeisterin der Stadt Eppelheim (2.v.l.). (Foto: Dittmer)

„Heidelberg ist in den vergangenen zehn Jahren um 15.000 Einwohnerinnen und Einwohner gewachsen. Damit muss auch die Infrastruktur Schritt halten. Mit dem Mobilitätsnetz Heidelberg machen wir das Straßenbahnnetz zukunftsfähig und investieren in umweltfreundliche Mobilität. Der Umbau der Haltestelle Hauptbahnhof und der Neubau der Brücke über die Autobahn nach Eppelheim bringen Verbesserungen für alle Verkehrsarten mit sich. Die Sanierung des über 130 Jahre alten Kanals in der Hauptstraße ist ebenfalls in vollem Gange: Der erste Bauabschnitt kann Ende September freigegeben werden“, erklärte Odszuck.

Kanalsanierung Hauptstraße Ost

Auf einer Länge von 440 Metern wird der Mischwasserkanal aus dem Jahr 1890 zwischen Karlstor und Mönchgasse saniert. Hinzu kommen Leitungsarbeiten für Gas, Wasser, Fernwärme und Strom sowie die Verlegung von Leerrohren für schnelles Internet und der Vollausbau der Straße. Trotz mehrerer Unterbrechungen der Arbeiten – unter anderem aufgrund von Witterung (Frost im ersten Quartal 2018, Hitze im Juli/August) und zusätzlichen Arbeiten zur Bodenverbesserung unter der neuen Kanalsohle – konnte der Straßenoberbau bereits ertüchtigt und ein Drainasphalt eingebaut werden. Die Pflasterarbeiten sind weit fortgeschritten. Nach einer Liegezeit des Pflasters von vier Wochen wird der Bereich voraussichtlich am 26. September wieder für den Verkehr freigegeben. Das bestehende Melaphyr-Natursteinpflaster zwischen Karlsplatz und Leyergasse wird wiederverwendet. Das Pflaster zwischen Leyergasse und Karlstor wird dann durch neues Granit-Natursteinpflaster ersetzt.

Im zweiten Bauabschnitt Karlsplatz Ost bis Friesenberg kommen die Arbeiten gut voran. In dem Teilbereich Karlsplatz Ost bis vor Plankengasse konnten Synergien mit dem ersten Bauabschnitt genutzt werden. Dadurch werden sich die Arbeiten in dem Abschnitt verkürzen. Mit den Arbeiten zwischen Plankengasse bis Friesenberg wird voraussichtlich Ende September/Anfang Oktober begonnen, sobald der Bereich Karlsplatz (erster Bauabschnitt) freigegeben ist. Der komplette zweite Bauabschnitt soll bis Juni 2019 abgeschlossen sein. Die Gesamtmaßnahme wird voraussichtlich im Herbst 2020 beendet. Die Kosten liegen bei rund 5,1 Millionen Euro.

Die Gehwege werden wie im Bestand wiederhergestellt. Lediglich im Bereich der Seitenstraßen sowie des Karlstors werden die Hochborde abgesenkt, um die Barrierefreiheit zu verbessern. Im Bereich der Parkbucht (Hausnummer 242) wird der Rundbord durch ein Hochbord ersetzt, damit Autos künftig nicht mehr schräg parken und in den Gehwegbereich hineinragen. Die Haltestelle Herrenmühle bekommt ein Blindenleitsystem; die Fahrbahn im Haltestellenbereich wird abgesenkt, damit Fahrgäste barrierefrei in den Bus ein- und aussteigen können.

Mobilitätsnetz: Neubau der Brücke über die Autobahn A 5 nach Eppelheim

Die über 80 Jahre alte Brücke über die Autobahn A 5 zwischen Heidelberg-Pfaffengrund und Eppelheim war in einem schlechten baulichen Zustand. Vor dem Ausbau der A 5 muss sie dringend erneuert werden. Das bot die Gelegenheit, diese wichtige Verkehrsverbindung für alle Verkehrsarten zu verbessern. Projektpartner sind die Städte Heidelberg und Eppelheim, die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv), das Regierungspräsidium Karlsruhe und die Heidelberger Straßen- und Bergbahn GmbH (HSB) sowie die Versorgungsträger Stadtwerke Heidelberg und der Abwasserzweckverband Heidelberg.

Die Straßenbahn wird auf der Autobahnbrücke und bis zur Kreuzung Haupt-/ Hildastraße in Eppelheim zweigleisig ausgebaut. Das verbessert die Leistungsfähigkeit der gesamten Strecke. Die neue Autobahnbrücke erhält einen breiteren Querschnitt. Das bringt Verbesserungen für alle: Künftig gibt es auf der Brücke fahrbahnbegleitende Radstreifen sowie Gehwege mit kinderfreundlichen 2,50 Metern Breite. Durch den mittigen Gleiskörper werden die Verkehrsströme entflochten, der Ortseingang wird übersichtlicher und sicherer. In Eppelheim entstehen ein Kreisverkehr an der Kreuzung Haupt-/ Hildastraße sowie eine neue Rad- und Gehwegunterführung zwischen der Mozart- und Brückenstraße. In Heidelberg ist die Kreuzung Kurzpfalzring und Eppelheimer Straße bereits neu gebaut.

Nach dem Abbruch der Brücke im Oktober 2017 ist seit Juni 2018 wieder die Brückenverbindung zwischen Eppelheim und Heidelberg hergestellt. Ein Wochenende lang wurden 22 tonnenschwere Verbund-Fertigteil-Träger als Tragwerk der künftigen Brücke eingebaut. Im Anschluss wurde in den vergangenen Wochen der Brückenüberbau betoniert. Auf Heidelberger Seite sind die Stützwände und ein Großteil der Brückenrampe bereits hergerichtet. Auf Eppelheimer Seite wird der Kreisel der Kreuzung Haupt-, Hilda- und Mozartstraße mit Beginn des neuen Schuljahres in Baden-Württemberg für den Individualverkehr freigegeben.

Die Inbetriebnahme der Straßenbahn ist für Dezember 2018, die Freigabe für den Individualverkehr Anfang 2019 geplant. Die Baukosten für das Gesamtprojekt liegen bei rund 17,5 Millionen Euro. Der Kostenanteil der Stadt Heidelberg liegt bei rund 4,2 Millionen Euro.

Mobilitätsnetz: Umbau Haltestelle Hauptbahnhof

Seit Beginn der Sommerferien wird der zentrale Verkehrsknoten Heidelbergs grundlegend neugestaltet. Die Haltestelle rückt an das Bahnhofsgelände heran und wird auf vier barrierefreie Steige ausgebaut. Zudem wird ein neuer Bahnsteig westlich der Haltestelle Hauptbahnhof gebaut, die Gleise der Kurfürsten-Anlage modernisiert und die Haltestelle Stadtwerke barrierefrei ausgebaut. Autos werden künftig auf drei statt auf vier Fahrspuren nördlich an der Haltestelle vorbeigeführt. Radfahrer und Fußgänger profitieren von der Entflechtung der Verkehrsströme und der barrierefreien Gestaltung.

Die Investitionssummen für den Umbau der Haltestelle Hauptbahnhof und der Kurfürsten-Anlage belaufen sich auf insgesamt rund 30 Millionen Euro netto. Davon trägt die HSB mit rund 17,8 Millionen Euro den Großteil. Die weiteren Kosten werden von der Mannheimer Verkehr GmbH (rund 5,6 Millionen Euro) für die Haltestelle Hauptbahnhof West und der Stadt Heidelberg (rund 4 Millionen Euro) für den Rad- und Straßenteil getragen. Die Stadtwerke Heidelberg schließen sich mit eigenen Maßnahmen in Höhe von rund einer Million Euro an. Zuschüsse von rund 13,5 Millionen Euro aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz-Bundesprogramm (GVFG) sowie von rund 124.000 Euro aus der Landesförderung wurden für das Projekt von der HSB und der Stadt Heidelberg beantragt. Die Gesamtprojektleitung hat die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv).

Spatenstich für die Baustelle war am 16. Juli 2018. Mit Beginn der Sommerferien starteten die Arbeiten für den Umbau Hauptbahnhof in die heiße Phase. Zwischen der Kreuzung Karl-Metz-Straße/Alte Eppelheimer Straße und der ehemaligen Haltestelle hat die rnv das alte Gleisbett und die Gleise entfernt und die neue Gleisverbindung mit vier Weichen und zwei Kreuzungen von der Karl-Metz-Straße in Richtung Wieblingen gebaut, die ab Montag, 10. September 2018, die Kurfürsten-Anlage mit der Karl-Metz-Straße verbindet. So kann die Linie 5 aus Mannheim in Richtung Bergheimer Straße und zum Bismarckplatz fahren. Aktuell wird die Fahrbahn in der Kurfürsten-Anlage zwischen F&U-Gebäude und Haltestelle Hauptbahnhof erneuert und eine Bus-Ersatzhaltestelle eingerichtet. Die Stadtwerke Heidelberg nutzen parallel die Gelegenheit, um an Versorgungsleitungen zu arbeiten.

Bis November stehen folgende Arbeiten an: Abbau der alten Fahrleitungsmasten; Gründung und Stellen neuer Masten für die neue Haltestelle und den neuen Verlauf der Gleise; Leitungsarbeiten, auch der Stadtwerke Heidelberg und der Telekom; Bau der Grün- und Mittelinseln für Fußgänger im Bereich der Kurfürsten-Anlage zwischen Karl-Metz-Straße und Mittermaier Straße; Bau der ersten beiden Steige der neuen Haltestelle; Herstellung der neuen Fahrbahnen einschließlich Radweg zwischen Karl-Metz-Straße und Mittermaierstraße sowie Gehweg nördlich der Fahrbahnen mit barrierefreier Rampe zur Kurfürsten-Passage, sodass ab Ende November 2018 dort wieder Autos fahren können.

(Erstellt am 06. September 2018)